Nach einer exzellenten Fachkarriere wird meine Klientin befördert und übernimmt zum ersten Mal in ihrer Laufbahn eine Führungsrolle. Plötzlich eine Frage, für die keine ihrer bisherigen Erfahrungen eine Antwort hatte:
Wie führe ich Menschen – statt Projekte?!
In unserem Coaching gab es einen Schlüsselmoment, als sie verstanden hat: Führung bedeutet nicht, operativ einzugreifen, Ergebnisse zu kontrollieren oder diese selbst zu finalisieren. Führung bedeutet, den Rahmen zu gestalten, in dem ein Team gut arbeiten kann.
Klingt einfach. Ist es nicht.
Denn es bedeutet loszulassen. Zu vertrauen. Die eigene Rolle neu zu denken – und das eigene Verhalten Stück für Stück daran auszurichten.
Genau das erarbeiten wir gemeinsam: Konkrete Situationen aus dem Alltag, das eigene Rollenverständnis schärfen, Gespräche vorbereiten. Und immer wieder: Innehalten und reflektieren, was wirklich passiert.
Wir sprechen auch über verschiedene Führungsstile.
Persönliche Prägungen und mentale Bilder über Arbeit, Führung und Erfolg.
Entscheidungen, Kommunikation und Fragen stellen als zentrale Instrumente der Führung.
Führst du zum ersten Mal – oder fragst du dich, ob du noch den richtigen Rahmen setzt?
Sechs Menschen, verantwortlich für 90. Ein eingespieltes Team – zumindest auf den ersten Blick.
In den ersten Meetings war die Stimmung angenehm. Höflich. Auf Nachfragen: "Alles okay."
Aber an der Tonalität habe ich gemerkt: Es ist nicht alles okay.
Was in vielen Teams passiert: Die eigentlichen Spannungen bleiben unausgesprochen. Nicht aus Böswilligkeit – sondern weil niemand als Störenfried gelten will. Weil man funktioniert. Weil man es gewohnt ist.
Dabei sind es genau diese unausgesprochenen Spannungen, die einem Team im Weg stehen.
Also haben wir sie ausgesprochen.
Mit einem einfachen Werkzeug: Ich habe dem Team ein Template gegeben – eine Struktur, um Spannungen konkret zu formulieren, ohne in Vorwürfe zu verfallen. Was dann passiert ist, hat selbst mich überrascht.
Innerhalb kurzer Zeit lagen die echten Themen auf dem Tisch. Und aus diesen Themen entstanden direkt konkrete Aufgaben: Rollen neu definieren. Schnittstellen klären. Entscheidungsbefugnisse transparent machen. Neue Kommunikationsrituale entwickeln und ausprobieren.
Kein endloser Prozess. Sondern ein Team, das plötzlich wusste, woran es wirklich arbeiten muss.
Merkst du, dass in deinem Team vieles höflich bleibt – aber wenig wirklich gesagt wird?